Mieczysław Baczkowski

Schüler

Sein Vater wohnte während des ersten Weltkrieges in Koszyce. Nach dem Unfall, den er bei der Arbeit auf der Zeche erlitten hatte, hat er eine Entschädigung erhalten, von der er nach seinem Niederlassen in Brzeszcze, eine Kantine für Bergleute betrieben hatte. Da sein Unternehmen gut prosperierte, hat er in den folgenden Jahren ein Haus gekauft, in dem er nach dem Umbau, eine Bäckerei, ein Geschäft und eine Kneipe inklusive Bar betrieben hatte. Seine Familie lente dank Fleiß in Wohlstand. Die Eheleute Baczkowscy haben vier Söhne und eine Tochter gehabt. Jan, der älteste Sohn der Familie, studierte in Warszawa bei der Haupthandelschule (Szkoła Główna Handlowa w Warszawie). Wladyslaw studierte Jura in Krakow an der dortigen Universität Jagiellonin und Leopold sollte in Zukunft die Familiengeschäfte übernehmen. Der jüngste Sohn der Familie: Mieczyslaw, geb. am 26. September 1919 in Brzeszcze, besuchte ein privates Gymnasium sowie eine koedukative Sekundarschule, benannt nach Pf. Stanisław Konarski in Oswiecim. Im Schuljahr 1938/39 hat er sein Abitur abgelegt und sollte anschließend Medizin an der Universität Jagiellonin studieren.

Nach dem Kriegsausbruch ist die gesamte Familie nach Jawiszowice umgesiedelt und alle Geschäfte – außer der Bäckerei – sind von den Deutschen konfisziert worden.

Im April 1940 sind die deutschen Polizisten zu uns nach Hause gekommen. Sie wollten Władysław und Mieczysław Baczkowski inhaftieren. Da sie sie nicht erreichen konnten (unsere Brüder sind mit der Absicht konspirativer Arbeit geflüchtet) wurde die Familie von den Polizisten informiert, dass wenn sie sich nicht melden würden, wird unser kranker Vater festgenommen. In dieser Situation, um ihn zu retten, haben sich beide Brüder den Deutschen ergeben. Zuerst wurden sie in Bielsko im Gefängnis festgehalten. Einige Zeit später haben wir eine Meldung bekommen, dass beide Brüder, d.h. Wladyslaw und Mieczyslaw, in dem KL Dachau inhaftiert wurden – erinnert sich die Tochter von Mieczysław, Katarzyna Wąsik.

Ein weiteres Lebenszeichen von ihrem Sohn haben die Eltern aus dem KL Mauthausen-Gusen bekommen, wo er in dem Block 16 untergebracht worden war und die Lagernummer 6652 getragen hat. Auf Empfehlung von einem älteren Häftling hat sich Mieczyslaw Baczkowski zur Arbeit im Steinbruch als Hilfsarbeiter des Schießhauer gemeldet, was ihn gewissermaßen vor weiteren Repressalien beschützt hat. Nach einiger Zeit hat sein Bruder eine Information aus dem Lager ausgeschleust, die besagte, dass Mieczyslaw schwer krank ist und sich in Lebensgefahr befindet. Dann hat sich Jan Baczkowski mit seiner Bitte an einen Deutschen gewendet, der als Direktor der Zeche Brzeszcze agierte (Zeche Brzeszcze gehörte damals der Bergwerksverwaltung Oberschlesien GmbH der Hermann Göring Reichswerke). Seine Bitte an den Deutschen beinhaltete seine Bemühungen um die Befreiung der Söhne aus dem KL um sie bei der Zeche einsetzen zu können. Seine Bemühungen verbunden mit einem hohen Bestechungsgeld haben Früchte getragen und beide Söhne sind am 27. November 1940 aus dem Konzentrationslager entlassen worden.

Mieczysław Baczkowski ist nach seiner Rückkehr aus dem Konzentrationslager nach Hause ab dem 1. März 1941 bei der Zeche Brzeszcze als Schießhauer beschäftigt gewesen.

Nach dem Kriegsende hat er sein Abitur abgelegt und hat eine kaufmännische Ausbildung abgelegt. Im Jahr 1945 ist er nach Andrychow umgezogen, wo er Irena Hajkowska geheiratet hat. Sie haben zwei Kinder gehabt: Marek (geb. 1947) und Katarzyna (geb. 1952). Er hat bei der Powszechna Spółdzielnia Spożywców „Społem “(dt. Allgemeine Verbrauchergenossenschaft „Społem“) und bei dem Wojewódzkie Przedsiębiorstwo Handlu Wewnętrznego (dt. Provinziales Binnenhandelsunternehmen) gearbeitet.

Jahrelang war er als Aktivist der Skiabteilung des Sportvereins Beskid Andrychow tätig. Er ist im Jahr 1997 verstorben.

Von oben: Mieczysław Baczkowski (Erster von links) mit seinen Kollegen Dreißigerjahre der 20. Jhdt.; Gruppenfoto Gleichältrigen, u.a. Mieczysław Baczkowski (Zweiter von links), Brzeszcze, Dreißigerjahre der 20. Jhdt.; Unten: Mieczysław Baczkowski während seines Aufenthaltes in der Hohen Tatra, Dreißigerjahre der 20. Jhdt.