Arzt

Er ist am 10. März 1931 in Rawa Ruska geboren. Nachdem er das Medizin Studium an der Jan-Kazimierz-Universität in Lwow absolviert hat, ist er nach Cieszyn umgezogen, wo er im Schlesischem Krankenhaus sein zweijähriges Praktikum absolviert hat. In all den Angelegenheiten hat ihm sein Schwager General gen. Józef Zając geholfen, der damals als Befehlshaber der 23. Infanterie Division in Katowice gedient hat. Nach seinem Praktikum hat er anfangs im Gesundheitszentrum in Świętochłowice gearbeitet und später gegen Ende der 30er Jahre war er als Bezirksarzt in Tarnowskie Góry tätig.
Meine Oma besaß eine Pension in Zakopane in der Nähe von Gubałówka. Mein Vater ist während seines Studiums ständig dorthin gekommen, da er sich für Ski Sportarten begeisterte. Dort hat er meine Mutter kennen gelernt. Sie war damals 14 Jahre alt […] und hat er gesagt: „Sie wird meine Frau werden“. Irena stammte aus Ostrow Wielkopolski und wohnte mit ihren Eltern in Cieszyn. Im Jahr 1936 haben sie geheiratet. Ein Jahr später, im Juni 1937, ist Ihr Sohn Andrzej zur Welt gekommen. Im Jahr 1939 hat mein Vater, der davon überzeugt war, dass es nicht zum Krieg kommen wird, meine Mutter und mich nach Zakopane geschickt um da die Ferien zu verbringen. Am 1. September 1939 hat meine Mutter die slowakischen Einheiten gesehen, die in Zakopane einmarschiert sind und sie hat beschlossen zurück zu ihren Eltern nach Cieszyn zu kommen. Erst im Oktober ist es ihr gelungen mit einem geöffneten LKW, der Äpfel transportierte, dahin zu reisen. Es war kalt draußen. Die Reise dauerte mehrere Stunden und Mutter war in dieser Zeit hoch schwanger.
Nach Ausbruch des Krieges wurde Antoni Szymanski nicht mobilisiert. In Furcht vor den Repressalien seitens der Deutschen hat er Oberschlesien verlassen und kam bis nach Budapest, wo er einige Zeit im Krankenhaus gearbeitet hat. Bald hat er jedoch beschlossen zurück zur Familie zu kommen. Als er durch die Slowakei kam, wurde er dort angehalten. Da er keine Papiere bei sich gehabt hatte, drohte ihm erschossen zu werden. Glück führte dazu, dass er als Arzt einer kranken Person helfen konnte und die Slowaken haben ihn daraufhin frei gelassen. Nach seiner Ankunft in Cieszyn ist seine Tochter in November 1939 zur Welt gekommen und Antoni Szymanski hat seine eigene Arztpraxis geführt.
Am 14. April 1940 ist er von den Deutschen in seiner Wohnung festgenommen worden. In der gleichen Zeit sind weitere Ärzte in Cieszyn festgenommen worden, u.a. Dr. Albin Garbien und Dr. Jan Zielina. Die Familie wusste lange Zeit nicht, was mit ihm passiert ist. Erst in Juli haben sie die Information erhalten, wonach klar wurde, dass er im KL Mauthausen-Gusen in Block 2, mit der Nummer 3226, inhaftiert worden ist.
Unerwartet ist Vater am 27. November zusammen mit Dr. Albin Garbin aus dem KL entlassen worden. Nach Hause kam er ausgehungert. Er erinnerte sich, dass er mehrmals von den Wächtern mit dem Gewehrkolben geschlagen wurde. Er hatte über schreckliche Trunkenheitsfahrten des Kommandanten Karl Chmielewski und über Misshandlung von Gefangenen berichtet.
Nach seiner Rückkehr nach Hause musste er sich täglich bei der Gestapo melden und Anfangs 1941 sind wir nach Wieliczka umgesiedelt worden, wo mein Vater bis Ende des Krieges als Arzt gearbeitet hat.
Von oben: Hochzeitfoto Irena und Antoni Szymanski; Porträtfoto ihren Sohn Andrzej Szymanski. Unten: Irena und Antoni Szymanski während einer Bergwanderung, Dreißigerjahren der 20. Jhdt.